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22 avril 2024

Überraschende Spontangeburt in der SSW 30

Die Geburt unseres Sohnes Sandro hat unser Leben komplett verändert — einer der schönsten Tage in unserem Leben, aber auch eine der strengsten Zeiten.

Sandro

Bei einer normalen Kontrolle in der 28. Schwangerschaftswoche wurde festgestellt, dass mein Gebärmutterhals bereits verkürzt war. Ich wurde direkt ins Spital Nidwalden überwiesen, wo ein Test zeigte, dass unser Sohn möglicherweise früher auf die Welt kommen könnte. Diese Nachricht war ein Schock, jedoch auch ein Segen: Wir hatten noch genug Zeit, die Lungenreife herzustellen. Die Ärzte des Kantonsspitals Luzern, die auf Frühgeburten spezialisiert sind, nahmen uns durch Gespräche die Angst vor einer Frühgeburt. Trotz einer positiven Nachricht über die Länge meines Gebärmutterhalses kam am 14.04.2023 alles anders: Meine Fruchtblase platzte, ich bekam sofort Wehen — es kam zu einer spontanen Geburt in der 30. Schwangerschaftswoche.

Dank der vielen Gespräche gingen wir eigentlich sehr entspannt an die Geburt. Doch die Angst wurde gross, als die Herztöne über eine Viertelstunde nicht mehr gefunden wurden. Als unser Sohn mit seinen 1300 Gramm und 39 Zentimetern auf der Welt war und ich den berühmten ersten Schrei nicht hörte, war ich wie versteinert. Als ich jedoch sah, dass er seine Hände hob und bewegte, fiel ein Stein vom Herzen. Er kam direkt auf die Intensivstation, jedoch nur für 3 Tage — dank der Lungenreife war seine Atmung schon ziemlich gut. Nach dieser Zeit musste ich leider nach Hause, ohne meinen Sohn.

Der Druck, die Aufgabe, die ich jetzt hatte, und ihn nicht bei mir zu haben, waren zu gross. Meine Milch kam nicht, ich fühlte mich als Versagerin, und die Verlustängste waren enorm. Ich ging jeden Tag zu ihm und nahm ihn so viel wie möglich ins Känguru. Unser Sohn war ein richtiger Kämpfer — schon nach einer Woche entschied er durch ständiges Abnehmen der Sauerstoffmaske selbst, ohne Sauerstoff zu sein. Er wurde auch als Streber betitelt, was uns sehr stolz machte. Unsere grösste Herausforderung waren jedoch die Abfälle — gegen Ende eine richtige Zerreissprobe.

Am letzten Tag im Mai kam endlich der Moment, auf den wir gewartet hatten: Wir durften unseren Sohn nach Hause nehmen! Danach hatten wir die schönste Kennenlernzeit und holten alles nach, was wir verpasst hatten. Die Zeit auf der Neonatologie war sehr prägend, mit vielen Emotionen, die man nicht immer steuern konnte. Jedes Kind auf der Neonatologie ist einfach ein Kämpferkind.