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Extrem kleine Frühchen · SSW 23–27

SSW 27+3 Zwillinge

Erfahrungsbericht einer Zwillingsfamilie · 16.10.2022

Schwangerschaft

Ich habe im Januar 2022 positiv getestet. Ich hatte den ersten Termin beim Frauenarzt am 7.2.2022 da schaute sie und sagte: "herzlichen Glückwunsch es sind Zwillinge". Ich war geschockt und habe mich gefreut. Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme und ich hatte sehr viel Sodbrennen bis zum 1.7.2022 da ging es mir nicht mehr so gut. Ich hatte Kreislaufprobleme und Senkwehen. Ich schrieb meiner Hebamme und sie empfahl mir, es abklären zu lassen. Also ging ich am 1.7.2022, als meine grossen Mädels im Bett waren in das Spital. Der Arzt teilte mir mit es seien Blähungen. Ich widersprach ihm und beharrte darauf, dass es Wehen sind. Die Hebamme schrieb dann ein ctg und dort waren dann tatsächlich Wehen zu sehen. Nach ungefähr 10 Minuten gab es einen „plopp“ und es lief was aus mir heraus, es fühlte sich aber nicht an als ob die Fruchtblase geplatzt wäre und ich rief der Hebamme. Als die Hebamme mir beim Aufstehen half, sahen wir, dass es Blut war. Der Arzt fand nicht heraus, wo es blutete. Er gab mir zwei Möglichkeiten: entweder eine Nacht bleiben oder in das Unispital fahren. Ich entschied mich für das Unispital. Die Ambulanz verlegte mich anschliessend.

Geburt

Die Ambulanz fuhr los (ohne Blaulicht und Sirene). Die Wehen waren da, der Sanitäter der hinten mitfuhr stoppte die Zeit um zu schauen wie häufig die Wehen kamen. Alle 30 Sekunden. Dann ging das Blaulicht an und die Sirenen ertönten. Ich musste sofort ins Spital gebracht werden. Da angekommen wurde ich von 7 Ärzten, 4 Kinderärzten und 4 Hebammen empfangen. Für mich selber war alles zu viel und ich konnte nicht aufhören zu weinen. CTG, Ultraschall und nachdem Muttermund schauen – dies wurde jede halbe Stunde gemacht. Ich erhielt Wehenhemmer, Antibiotika und die Lungenreifungsspritze für die Mäuse. Am 2.7.2022 wurde der Oberarzt um 2:30 Uhr geweckt. Ich war total fertig von den Wehen, denn sie wurden immer schlimmer. Der Oberarzt schaute nachdem Muttermund und mit einer Wehe wurde dieser von 2,5 cm auf 8 cm geöffnet. Er rief sofort „Notkaiserschnitt, das geht sonst böse aus“. So schnell lag ich dann mit der PDA im Rücken im OP. Durch die tolle Anästhesistin die mir alles sagte kamen am 2.7.22 bei SSW 27+3 um 3:43 Uhr mit 1350 g und 36 cm Lennox und um 3:44 Uhr Juna mit 980 g und 36 cm mit intakter Fruchtblase auf die Welt. Beide haben geschrien. Ich habe sie kurz gesehen bevor sie dann zu den Kinderärzten gebracht wurden.

«Heute (Stand: 1.10.22) sind meine beiden Kämpfer korrigiert 3 Tage alt (ET wäre der 28.9.2022 gewesen) und sie trinken wunderbar.»

Zeit auf der Neonatologie

Die beiden wurden nach der Geburt auf die Neonatologie gebracht. Lennox sofort nach der Geburt und mit Juna durfte ich nachdem Kaiserschnitt nochmal kurz kuscheln. Am Vormittag des 2.7.2022 durfte ich meine beiden auf der Neonatologie besuchen. Beide angeschlossen an viele Kabel, Sensoren und am C-Pap. Ein Schock für mich und die Tränen liefen. Der Ductus wurde bei beiden medikamentös geschlossen. Nach 1.5 Wochen hiess es von den Ärzten auf der Intensivstation, die beiden dürfen auf die normale Station wechseln, da sie stabil waren und nur noch die Nasenbrille zur Unterstützung hatten. Nach 9 Wochen und 3 Tagen Spitalaufenthalt habe ich beide Mäuse endlich mit nachhause bekommen.

Ernährung Frühchen

Anfangs bekamen beide gespendete Muttermilch danach wurde auf die Frühchenmilch von Aptamil umgestellt.

Tipps für Frühcheneltern

Ich empfehle eine Haushaltshilfe für die Zeit im Spital (Einkaufen, Haushalt, Wäsche machen). Ganz viel darüber sprechen und den Sozialdienst vom Spital in Anspruch zu nehmen, für die Unterstützung der vielen Anträge. Heute (Stand: 1.10.22) sind meine beiden Kämpfer korrigiert 3 Tage alt (ET wäre der 28.9.2022 gewesen) und sie trinken wunderbar. Durch ihre Pre Milch aus der Flasche nehmen sie kontinuierlich zu und entwickeln sich super und zeitgerecht.

Austausch

Du musst das nicht allein durchstehen

Unsere Peereltern waren selbst mit ihren Kindern auf der Neonatologie. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen und begleiten Familien durch die Zeit auf der Station und danach.