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Moderate bis späte Frühchen · SSW 33–36

SSW 34+1

Die Geschichte von Miriam

Erfahrungsbericht einer Frühchen-Mama

Foto aus dem Erfahrungsbericht «SSW 34+1» (Bild 1)

Schwangerschaft

Meine Schwangerschaft verlief bis zur SSW 34 unauffällig. Am 13. August 2020 merkte ich jedoch sehr schnell, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich hatte den ganzen Tag über einen sehr harten und angespannten Bauch und dazu eine Vorahnung, dass sich kaum in Worte fassen lässt. Nach mehreren Meditationseinheiten auf der Yogamatte und Relaxübungen in der Badewanne, hatte ich am Abend eine kleine Linderung verspürt – doch diese hielt nicht lange an. Gerade als ich beim TV schauen vom bequemen Sofa aufstand, um mir ein Glas Wasser zu holen, ging ein grosser Ruck durch meinen Körper und unter mir plätscherte munter ein Wasserfall aus Fruchtwasser los. Ich war so schockiert, dass ich nach meinem Mann schrie. Und kurze Zeit später setzten die Wehen auch schon ein. Sofort riefen wir dann im Inselspital Bern an und man sagte uns, wir sollen uns direkt auf den Weg machen.

Geburt

Als wir im Krankenhaus ankamen, klärte man mich sehr schnell auf, dass in meiner Situation ein Notfall-Kaiserschnitt in Frage kommt. Ich hatte bereits regelmässig Wehen, weshalb mir ein Wehenhämmer verabreicht wurde – es ging für mich alle sehr schnell, als ich wenige Stunden nach der Einlieferung ins Spital in den Operationssaal gebracht wurde. Im OP angekommen erhielt ich eine PDA, es waren jedoch mehrere Versuche notwendig, bis diese richtig wirkte. Der Kaiserschnitt war für mich eine völlig neue Lebenserfahrung, da ich mein erstes Kind spontan gebar. Ich war dafür umso dankbarer, dass mein Mann nach der PDA auch mit in den OP kommen konnte. Als unsere Miriam dann am 14.08.2020, um 01:59 Uhr, mit einer Grösse von 41.5 cm und einem Gewicht von 2045 Gramm zur Welt kam war ich sehr glücklich sie zu sehen.

«Mir ist es ebenfalls ein Anliegen zu sagen, dass wir als Eltern alle Facetten dieser Zeit lieben lernen dürfen, die leichten und auch die herausfordernden Tage.»

Zeit auf der Neonatologie

Insgesamt war Miriam 4 Wochen auf der Neonatologie zu Hause. Die ersten fünf Lebenstage war sie, wie eben auch ich im Inselspital Bern unter Betreuung. Gleich nach der Geburt wurde sie auf die Neonatologie verlegt, weil sie immer wieder Atemaussetzer hatte. Der erste Anblick meines Babys mit vielen Kabeln, einem grossen Monitor und dem Inkubator war ein echter Schock für mich. Das Pflegepersonal erklärte mir alles und zeigte mir auch, wie man ein Frühchen unter solchen Umständen wickeln konnte. Sehr gut getan hat uns beiden die Känguru-Methode. Nach 5 Tagen wurde ich entlassen und Miriam wurde mit dem Rettungswagen vom Inselspital Bern zum Spitalzentrum Biel gebracht. In Biel wurden wir herzlich willkommen geheissen und waren sehr zufrieden mit der pflegerischen und ärztlichen Betreuung unserer Tochter.

Ernährung Frühchen

Miriam bekam die ersten Tage abgepumpte Muttermilch, sie war noch zu schwach um lange an der Brust zu trinken. Nach ca. 1 bis 2 Wochen nach der Geburt konnte ich sie je einmal am Tag stillen und der Rest wurde durch eine Sonde verabreicht. Zu Hause dann habe ich Miriam 5 Monate voll gestillt und danach mit Säuglingsmilch zugefüttert.

Foto aus dem Erfahrungsbericht «SSW 34+1» (Bild 2)

Zeit nach der Neonatologie

In der Zeit nach der Neonatologie wurde ich von einer sehr empathischen Hebamme betreut, sie hat mich gut beim Stillen beraten und auch sehr schnell gemerkt, dass es mir psychisch nicht gut ging. Die Trennung von Miriam hatte mir sehr zugesetzt, mir fiel es im Alltag oft schwer Freude zu empfinden und das war mir unangenehm. Wir haben die Geburt nochmals nachgespielt, indem die Hebamme Miriam in einem Eimer gebadet und dann nass auf meinen Körper gelegt hat. Zusätzlich habe ich Hilfe im Form eines Coachings erhalten und konnte nach und nach das Erlebte für mich verarbeiten. Ich war ebenso froh um die Hilfe der Mütter- und Väterberatung des Kantons Bern. Die Umstellung für zwei Kinder zu sorgen, war für mich herausfordernd. Ich bin der Meinung, dass man jede Hilfe annehmen sollte, es ist einfach ein neuer Lebensabschnitt, der einen sehr beschäftigt und beansprucht.

Tipps für Frühcheneltern

Ich empfehle jeder Mama und jedem Papa auf die eigene Intuition zu hören. Vor allem muss sich die Familie wohl fühlen und einen gemeinsamen Weg finden, ob er jetzt konventionell ist, oder eben nicht. Mir ist es ebenfalls ein Anliegen zu sagen, dass wir als Eltern alle Facetten dieser Zeit lieben lernen dürfen, die leichten und auch die herausfordernden Tage.

Übrigens: Alle meine Erfahrungen habe ich in einen Podcast gepackt, um euch zu zeigen, dass ihr nicht alleine mit diesem Thema unterwegs seid. Ihr findet ihn unter der Spotify App: [Hier der Link](https://open.spotify.com/show/2ACx8AdHX6UR7BqkPDKORy?si=390b6dffffe54343)

Austausch

Du musst das nicht allein durchstehen

Unsere Peereltern waren selbst mit ihren Kindern auf der Neonatologie. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen und begleiten Familien durch die Zeit auf der Station und danach.