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7 febbraio 2024

Geburt unter Vollnarkose

Zwillinge, eine Schwangerschaft auf einem Segelboot, eine Corona-Infektion — und ein HELLP-Syndrom, das die Geburt unter Vollnarkose erzwang.

Mael und Nalu

«You are very pregnant», sagte der griechische Gynäkologe scherzhaft, kurz bevor wir in der 9. Schwangerschaftswoche selbst sahen, dass es zwei Fruchtblasen gab. Die Schwangerschaft verlief anfangs komplikationslos — mein Mann und ich verbrachten sie bis zur 25. Schwangerschaftswoche auf einem Segelboot im Ionischen Meer. Kaum zurück, infizierten wir uns jedoch mit dem Coronavirus. In der 30. Woche schwanger und mit Covid-19 infiziert, wurde ich fiebrig und ohne medizinische Behandlung nach Hause entlassen. Die Hausärztin meines Mannes hörte zu — so gut, dass sie mich umgehend auf der Notfallstation wissen wollte, da ihr meine Atmung überhaupt nicht gefiel.

So stellte ich mich in der SSW 29+2 abends im Notfall vor. Aufgrund der flachen Herztöne von Zwilling B wurden verschiedene Ärzte zu mir geschickt: der Kinderarzt, der mich darüber aufklärte, was eine Frühgeburt bedeuten würde; der Anästhesist, der mir die PDA erklärte. Die verantwortliche Ärztin entschied mitten in der Nacht, mich aufgrund von Platzmangels auf der Neo nach Basel zu verlegen. Die Hebamme, die mich im Krankenwagen ins USB begleitete, überprüfte immer wieder die Herztöne. Sie war ruhig und konzentriert, aber ich spürte, dass es ernst war.

In Basel kam heraus, dass ich neben einer Plazentainsuffizienz ein HELLP-Syndrom hatte, wovon ich aber nichts merkte. Wir hatten die ganze Schwangerschaft über gehofft, dass ich die beiden vaginal gebären können würde. Da mir aber Blutverdünner gespritzt worden war, passierte das Schlimmste, was ich mir je vorgestellt hatte: Die Sectio fand unter Vollnarkose statt. So kamen — in meiner geistigen Abwesenheit — unsere zwei Jungen um 8:22 und 8:24 Uhr bei 29+3 mit 1100 und 1350 g zur Welt. Zwilling A bekam eine CPAP-Maske, Zwilling B musste intubiert werden. Ich erwachte später auf der Intensivstation — ohne dicken Bauch, ohne Kinder, mit Sauerstoff. Wegen der zu hohen Virenlast dauerte es noch 4,5 unendlich lange Tage, bis ich meine Kinder zum ersten Mal sehen durfte.

Am zweiten Tag wechselten die Namensschilder an den Inkubatoren: Mael, der Prinz, und Nalu, die Welle. Die beiden hatten ausser den Herzfrequenzabfällen keine Probleme — sie waren einfach noch zu klein und brauchten Zeit. Viel Känguruhen, Liebe und Mamimilch. Was ich in all der Zeit vermisste: meinen Kindern ein Küsschen geben, sie einfach berühren und hochheben — ohne Kabel und Schläuche. Nalu durfte die Neo bei 36+3 mit 2500 g verlassen, Mael vier Tage später mit 2700 g. Heute sind sie kerngesunde, energiegeladene 2-Jährige, denen man ihre frühe Geburt nicht mehr ansieht.

Auf der Neonatologie
Mael und Nalu heute