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Fachausdrücke Neonatologie

Die Neonatologie hat ihre eigene Sprache. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachausdrücke, denen du auf der Station begegnest.

Fachausdrücke Neonatologie
Anämie
Auch als Blutarmut bezeichneter Mangel an roten Blutkörperchen. Tritt bei Frühgeborenen häufig auf, weil das unreife Knochenmark noch nicht in ausreichendem Mass rote Blutkörperchen produzieren kann. Durch Bluttransfusionen wird dieser Mangel auf der Neonatologie ausgeglichen. Nach der Entlassung werden häufig Eisenpräparate verordnet, um die Neubildung roter Blutkörperchen zu unterstützen.
Apnoe
Atempause.
Arterienkatheter
Über eine dünne Plastikkanüle, in der Regel in der Nähe des Handgelenks, wird laufend der arterielle Blutdruck gemessen. Die Druckkurve wird auf dem Monitor angezeigt. Auch Blutentnahmen sind über diese Kanüle möglich.
Beatmungsgerät
Es unterstützt die Atmung oder übernimmt sie vollständig. Durch den Tubus wird angefeuchtete, gewärmte und allenfalls mit Sauerstoff angereicherte Luft in die Lunge gegeben. Je nach Grund kann die Beatmung manchmal nur ein paar Stunden oder auch mehrere Tage bis Wochen oder Monate nötig sein. Das Kind bekommt in dieser Zeit ein Beruhigungs- und Schmerzmittel. Wegen dem Tubus hat das Kind keine Stimme und kann nicht sprechen.
Bilirubin
Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) mit gelbroter Farbe. Verursacht die Verfärbung der Haut bei der Neugeborenen-Gelbsucht. Bei vielen Frühgeborenen und auch bei manchen termingerechten Kindern ist ein bestimmtes Enzym nicht in ausreichendem Mass vorhanden, das zum Abbau des Bilirubins notwendig ist. Es kommt dann zu einer nicht ansteckenden Gelbsucht. Phototherapie kann den Bilirubinspiegel im Blut senken.
Blasenkatheter
Dieser dünne Plastikschlauch wird durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Damit ist gewährleistet, dass der Urin ungehindert abfliessen und die Urinmenge — und damit die Nierenfunktion — genau gemessen werden kann.
Blutgasanalyse
Untersuchung des Blutes auf die Gasspannung von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2). Beim Frühgeborenen kommt es darauf an, diese Werte innerhalb eines engen Rahmens konstant zu halten, um Schädigungen zu vermeiden. Die Blutgasanalyse wird ergänzt durch die laufende Überwachung von Sauerstoff- und Kohlendioxidspannung.
Bradykardie
Zeitweises Absinken des Herzschlages beim Frühgeborenen unter 120 pro Minute. Kann die Folge einer Apnoe sein. Normalerweise liegt der Puls eines Frühgeborenen zwischen 120 und 160 pro Minute.
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD)
Lungengewebsveränderung bei Frühchen in Folge von Unreife, Sauerstoffwirkung, Beatmungsdruck und Infektion. Bedingt unter Umständen eine länger andauernde Beatmung und/oder Sauerstoffzufuhr.
CPAP
Die CPAP-Beatmung («Continuous Positive Airway Pressure») ist eine nicht invasive Beatmungsform, bei der die Spontanatmung vom Baby mit einem dauerhaften Atemwegsdruck kombiniert wird. Das Baby atmet komplett selbständig und bestimmt die Atemtiefe und Atemfrequenz selber. Der Überdruck verhindert das Zusammenfallen der Lungenbläschen und regt die Atmung an.
Ductus arteriosus
Blutgefäss, das beim ungeborenen Baby Körperschlagader und Lungenarterie miteinander verbindet. Durch diesen «Kurzschluss» wird die Durchblutung der Lunge im Mutterleib stark vermindert. Normalerweise schliesst sich dieses Blutgefäss kurz nach der Geburt von selbst. Bei Frühgeborenen schliesst sich der Ductus arteriosus oft erst später. Manchmal ist dazu auch eine Operation oder eine spezielle, aber nicht ungefährliche medikamentöse Behandlung erforderlich.
Elektro-Enzephalogramm (EEG + aEEG)
Mit diesem Verfahren werden die Hirnströme aufgezeichnet.
Elektro-Kardiogramm (EKG)
Das EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzmuskels auf. Diese Methode wird für die Überwachung des Herzrhythmus und der Herzfrequenz genutzt.
Glukose
Traubenzucker. Hauptbestandteil der Nährlösungen. Kann vom Körper unmittelbar aufgenommen und verbrannt werden.
High Flow
Der Ausdruck High-Flow steht für eine spezielle Form der Atemunterstützung.
Isolette / Inkubator
So nennt man die Wärme- oder «Brutkästen», die für Früh- oder Neugeborene bereitstehen, um die Körpertemperatur des Kindes aufrechtzuerhalten.
Magensonde
Ein dünner Schlauch, der direkt durch die Nase oder den Mund in den Magen eingeführt wird. So kann das Kind ernährt werden, ohne dass es schlucken muss.
NEC
Nekrotisierende Enterokolitis. Bei einer NEC handelt es sich um eine Verletzung der Darmschleimhaut. Diese Störung tritt meist bei sehr unreifen und/oder kranken Neugeborenen auf.
NVK
Nabelvenenkatheter. Notfallzugang bei Neugeborenen-Reanimation, Katecholamintherapie, total parenteraler Ernährung, Hämodilution oder -konzentration, Blutaustausch.
Offene Pflegeeinheit
Wärmeeinheit für die Betreuung von Neugeborenen. Die Wärmezufuhr wird dabei über eine Temperatursonde gesteuert.
Reanimation
Wiederbelebung durch Beatmung, Herzdruckmassage und Medikamentengabe.
Sauerstoffsättigung (SaO2)
Ein Rotlicht-Sensor am Finger, am Zeh oder am Ohrläppchen misst kontinuierlich, wie viel Sauerstoff das Kind im Blut hat.
Surfactant
«Oberflächenbeschichtung» der Lungenbläschen, die verhindert, dass die Lungenbläschen bei der Ausatmung zusammenfallen und verkleben. Frühgeborenen ist die Bildung von Surfactant noch nicht in ausreichendem Mass möglich, deshalb kommt es zum Atemnotsyndrom. Gentechnisch hergestelltes Surfactant wird deshalb von aussen zugeführt.
Transkutane Sonden
Diese werden dem Kind auf die Haut geklebt und übermitteln laufend den Kohlendioxid- oder Sauerstoffgehalt im Blut, um die Beatmung und Sauerstoffzufuhr entsprechend einstellen zu können.
Tubus
Dieser Beatmungsschlauch, der durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre eingeführt wird, unterstützt das Kind beim Atmen.