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3 aprile 2024

Zwillinge mit FFTS-Syndrom

«Sie haben recht, es sind Zwillinge!» — Mo-Di-Zwillinge, die Diagnose FFTS, eine Laseroperation und die Entscheidung, die man niemandem wünscht.

Zwillinge

Im Herbst 2022 erfuhr ich von meiner zweiten, spontanen Schwangerschaft. Beim ersten Ultraschall stellte meine Gynäkologin überrascht fest: «Es sind Zwillinge!» Da die Kleinen eine gemeinsame Plazenta teilten (Mo-Di-Zwillinge), wurde ich ins KSW überwiesen, wo sich bald der Verdacht auf das FFTS-Syndrom äusserte. Es ging weiter im Unispital Zürich mit wöchentlichen Kontrollterminen. Berufsbedingt wohnten wir im Wallis — ich zog mit meiner Tochter zurück nach Winterthur zu unseren Familien, mein Mann pendelte so oft wie möglich. Ein Kraftakt für uns alle.

In der 17. Schwangerschaftswoche wurde das FFTS-Syndrom diagnostiziert. Zwilling B hatte sehr wenig Fruchtwasser und eine zunehmende Wachstumsdiskrepanz; das Ärzteteam hatte nicht viel Hoffnung für ihn. Die Laseroperation verlief gut, die Werte von Zwilling B stabilisierten sich. Die Wachstumsdiskrepanz stieg weiter auf bis zu 50 %. Wir mussten uns entscheiden, für den Fall, dass die Werte schlechter werden: Holen wir sie ab Woche 25, damit Zwilling B auf der Neo gerettet werden kann — und gehen damit das Risiko ein, das Leben von Zwilling A zu gefährden? Eine Entscheidung, die ich niemandem wünsche. Für jeden weiteren Tag im Bauch waren wir unendlich dankbar.

In der 28. Schwangerschaftswoche plus fünf Tage wurde bei mir Präeklampsie diagnostiziert, und ich musste wieder sofort stationär aufgenommen werden. Nach einer Woche verschlechterten sich meine Werte und auch die von Zwilling B. Am Ostermontag 2023 ging dann alles ganz schnell: Die beiden wurden per Kaiserschnitt in der 29+5 geholt. Zwilling A wog 1480 Gramm, Zwilling B 730 Gramm. Ab diesem Zeitpunkt begann unsere Zeit auf der Neo. Unsere Jungs kämpften und machten es grossartig. Nach wenigen Tagen durften sie von der IPS auf die IMC wechseln. Der Kleine war wegen eines multiresistenten Keims bis zum Schluss isoliert — logistisch jeden Tag eine Herausforderung, auch für unsere dreijährige Tochter, die nicht verstehen konnte, wo ihre Brüder waren.

Zwilling A durfte nach 5 Wochen und 3 Tagen nach Hause. Zwilling B wurde in die Neo in Winterthur verlegt und durfte nach 10 Wochen und 5 Tagen nach Hause. Endlich waren wir alle beisammen. Zwilling B hat seitdem bereits zwei Operationen hinter sich; eine Woche waren wir mit beiden im Spital wegen des RSV-Virus. Auch das haben wir als Familie überstanden. Heute geht es unseren Jungs super. Wir sind unglaublich froh und dankbar für alle Ärztinnen und Ärzte sowie das gesamte Neo-Personal. Was sie leisten, ist einfach unglaublich.