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Moderate bis späte Frühchen · SSW 33–36

SSW 35+0

Erfahrungsbericht einer Frühchen-Mama · 16.10.2022

Foto aus dem Erfahrungsbericht «SSW 35+0»

Schwangerschaft

Es war meine 3. Schwangerschaft, ich hatte bereits 2 Kinder, geboren 2006 und 2008, beides keine Frühchen. Diese Schwangerschaft wurde relativ spät festgestellt, verlief aber trotzdem bis zurca. SSW 28/29 Woche ohne Probleme. Dann bekam ich Probleme mit meinen Nieren, diese Beschwerden hatte ich in meiner 2. Schwangerschaft auch, aber erst zum Ende hin.Dieses Mal war es nun schon eher und ich quälte mich Wochenlang mit Schmerzen bis zum geplanten Kaiserschnitt am 11. Mai. Dort ging man noch von der SSW 37+1 aus, was später korrigiert wurde.

Geburt

Am Morgen des 11. Mai wurde planmässig der Kaiserschnitt durchgeführt, ich hatte eine PDA.Irgendwie hat sich mein Asthma-Medikament aber quer gestellt und ich bekam auf einmal keine Luft mehr und wurde kurzzeitig sediert. Als ich wach wurde hörte ich ganz weit weg ein Baby weinen, wusste aber in dem Moment nicht das es meins ist. Darien wurde um 8.15 Uhr mit 2930g und 48cm geboren, dies bekam ich aber leider garnicht richtig mit. Völlig daneben und kotzübel wurde ich irgendwann in einen Raum gebracht, wo mir der Kleine dann gezeigt und kurz auf die Brust gelegt wurde. Man sagte mir er hätte Anpassungsschwierigkeiten und würde auffällig atmen. Es war ein Geräusch zu hören, aber man wollte mal 30 Minuten abwarten, das könnte vom Fruchtwasser sein. Leider besserte sich die Atmung nicht und das Spital verfügte über kein Kinderstation. Somit wurde er dann mit der Ambulanz in ein 30 Autominuten entferntes Kinderspital transportiert. Zuvor versuchte man ihm 10-15 Minuten lang Blutabzunehmen, er hatte gefühlt 30 Einstichstellen an den Extremitäten. Irgendwann sagte mir der Arzt der den Kaiserschnitt durchgeführt hatte, das Darien höchstens der SSW 35+0 entspreche und seine Lunge nicht ausgereift sei. Die Lungenreifungsspritze hatte ich nie erhalten.

«Ich kann nur sagen, dass man jedes Hilfsangebot, egal ob von Familie, Freunden, Spital, Hebamme, etc. annehmen sollte.»

Zeit auf der Neonatologie

Durch die Entfernung zwischen dem Geburtsspital und dem Kinderspital sah ich Darien anfangs nur auf Fotos und Telefonate informierten mich über seinen aktuellen Zustand. Ein Besuch bei ihm war mir aufgrund meines Kaiserschnitts erst nach ein zwei Tagen möglich. Er lag insgesamt 9 Tage im Kinderspital davon 6 Tage auf der Neo. 4 Tage am C-Pap im Inkubator, danach nur noch im Wärmebettchen und 3 Tage auf der Säuglingsstation. Ich war derweil aus dem Spital entlassen, konnte halbwegs wieder laufen und meinen kleinen Mann täglich mehrfach besuchen, bis er entlassen wurde.

Ernährung Frühchen

Nahrung bekam er anfangs via Sonde, dann per Fläschchen. Da ich starke Medikamente bzgl. meines Asthmas einnehmen musste, bekam ich schon am Abend der Geburt Abstilltabletten.Somit erhielt er nie Muttermilch sondern Pre HA Milch. Ab dem 4. Monat bekam er zusätzlich Brei, zuerst nur mittags, ab 6 Monaten auch abends. Die Milchflaschen reduzierten sich, mit einem Jahr ass er so gut es ging, vom Tisch mit.

Zeit nach der Neonatologie

Darien entwickelte sich sehr gut, er wurde nie korrigiert. Er war leider sehr anfällig, er hatte mehrfach Mittelohrentzündungen besonders im 1. Lebensjahr. Asthma wurde zusätzlich festgestellt. Beim selbstständigen Essen hatte er teilweise Probleme beim Schlucken, dies änderte sich aber zum Glück mit der Zeit. Mit drei Jahren wurde bei ihm ein Morbus Perthes links (Hüftkopfnekrose) diagnostiziert. Diese Erkrankung war leider erst nach 4 Jahren, inklusive Vollgips, Rollstuhl, Pflegegrad und Orthese, ausgeheilt. Er besuchte eine normale Kita, auch wenn man ihn zwischenzeitlich wegen seiner Hüfterkrankung aus der Kita werfen wollte. Eingeschult wurde er mit 6 Jahren mit einem Schulbegleiter, dieser wurde ab dem 2. Schuljahr zum Glück nicht mehr benötigt. Heute geht er in die 7. Klasse einer Sekundarschule, ohne zusätzlichen Förderberdarf. Er hat keine Einschränkungen, das Asthma merkt man kaum.

Tipps für Frühcheneltern

Ich kann nur sagen, dass man jedes Hilfsangebot, egal ob von Familie, Freunden, Spital, Hebamme, etc. annehmen sollte. Mir hat es damals sehr geholfen. Besonders als ich noch im Spital war und mein Baby eine halbe Stunde von mir entfernt auf der Neo lag. Ich fühlte mich ziemlich hilflos.Die Zeit zuhause pendelte sich erfreulicherweise schnell, gut ein.

Austausch

Du musst das nicht allein durchstehen

Unsere Peereltern waren selbst mit ihren Kindern auf der Neonatologie. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen und begleiten Familien durch die Zeit auf der Station und danach.