Babymassage
Man darf mit Frühchen definitiv Babymassage machen, solange keine gesundheitlichen Probleme dagegen sprechen. Man sollte sie sogar ganz besonders mit Frühchen machen, da Babymassage für die Entwicklung und Bindung sehr förderlich ist. Den besten Zeitpunkt für den Start sollte man mit einer Hebamme, einer Ärztin, einer Physiotherapeutin oder einer Pflegerin abstimmen.
Welche Wirkung hat die Babymassage bei Frühchen?
Die Babymassage hat nicht nur für Frühchen, sondern generell für Babys einige sehr positive Wirkungen. Besonders bei Frühchen sind einige der Wirkungen sehr wichtig. Daher sollte man die Babymassage so früh beginnen, wie es vom Entwicklungsstand des Babys her möglich ist, und dann auch konsequent weiterführen. Die bekannten Wirkungen sind:
- Steigerung des Selbstbewusstseins
- Förderung zukünftiger glücklicherer Beziehungen
- Vermeidung von Haltungsschäden, Ängsten und Essstörungen
- Förderung des Schlafrhythmus
- Lösen von Stress und emotionaler und körperlicher Anspannung
- Steigerung der Durchblutung
- Förderung der motorischen Entwicklung
- Stärkung des Immunsystems und der Selbstheilungskräfte
- Schutz vor Allergien
- Verbesserung der Verdauung, der Atmung und der Sauerstoffversorgung
- Vermittlung von Geborgenheit und Sicherheit
- Förderung der Verbindung zwischen Eltern und Kind

Worauf muss man bei Frühchen achten?
Idealerweise besucht man einen Kurs in Babymassage, um die richtigen Massagetechniken zu lernen. Man kann einige grundlegende Techniken aber auch im Selbststudium erlernen. Folgende Punkte sollte man beachten:
- Eine entspannte, ruhige Atmosphäre schaffen
- Variationen bei der Babymassage mit Frühchen nutzen
- Die Babymassage als Ritual etablieren
- Den richtigen Zeitpunkt wählen
- Nicht bei Krankheit massieren
- Das passende Massageöl verwenden
- Die richtige Massagetechnik kennen
Atmosphäre und Zeitpunkt
Für die Babymassage sollte man eine entspannte Atmosphäre an einem ruhigen, warmen Ort schaffen. Die Temperatur sollte zwischen 24° und 32° liegen. Am besten führt man die Massage auf einer wasserfesten, aber nicht kalten Unterlage aus — eine Stoffwindel darauf sorgt für einen angenehmen Untergrund. Auch entspannende Musik kann im Hintergrund laufen. Vor der Massage sollte man Uhren und Schmuck ablegen.
Babys mögen Rituale — diese geben ihnen Sicherheit. Daher sollte die Babymassage idealerweise als Ritual etabliert werden, wenn möglich täglich zum gleichen Zeitpunkt, am besten morgens oder abends.
Eine Babymassage sollte entspannend sein; nach dem Essen ist sie keine gute Idee, da bei vollem Bauch die Aufmerksamkeit geringer und die Spuckgefahr grösser ist. Man sollte nach dem Essen mindestens eine Stunde warten. Bei Fieber oder einer entzündlichen Hautkrankheit lässt man die Massage besser ausfallen. Wichtig ist auch, dass der Nabel bereits komplett abgeheilt ist.
Variationen und Technik
Die Babymassage sollte nicht eintönig sein. Man sollte nicht jedes Mal ein starres Programm abspulen, sondern bei jeder Massage verschiedene Bereiche massieren: Kopf, Gesicht, Brust, Arme, Hände, Bauch, Rücken, Beine und Füsse. Dabei geht man besonders auf die Bedürfnisse des Kindes ein — gefällt es dem Baby heute nicht, am Kopf massiert zu werden, ist das ok.
Eine Babymassage wird grundsätzlich in einem langsamen und gleichmässigen Rhythmus durchgeführt. Je langsamer man massiert, desto grösser ist die Wirkung. Auf keinen Fall mit Druck massieren — feste Griffe erschrecken das Baby. Wichtig ist, mit grossflächigen Berührungen zu arbeiten; nur mit den Fingern oder Fingerspitzen zu massieren kann Babys stressen. Besser ist es, mit der ganzen Hand zu massieren.
Jeden Massagegriff sollte man nur 3 Mal ausführen — öftere Wiederholungen stressen das Baby, da die Sinneswahrnehmung zu intensiv wird. Man sollte sich bei einer Massage auf 3 Bereiche konzentrieren, damit das Baby ohne Stress aufmerksam folgen und seinen Körper erfahren kann.
Welches Massageöl ist das richtige?
Man sollte kein Öl verwenden, das ätherische Öle enthält, da diese für die kleinen Lungen schädlich sein können. Kopf und Gesicht massiert man nicht mit Öl. Es muss auch kein ausgewiesenes Massageöl sein: Pflanzliche Öle in guter Qualität sind teilweise sogar besser geeignet — ein gutes Olivenöl, Rapsöl oder Mandelöl, kaltgepresst und am besten in Bioqualität. Auch auf die Zusammensetzung der Fettsäuren sollte man achten: höhere ungesättigte Fettsäuren (zweifach oder dreifach ungesättigt) sind besser geeignet als gesättigte Fettsäuren.
Das Massageöl sollte angenehm warm sein — man kann es in den Händen verreiben oder über den Wärmestrahler beim Wickeltisch erwärmen. Bei der ersten Verwendung eines Öls sollte man einen Allergietest machen: ein bisschen Öl eine Minute in die Ellenbeuge des Babys einreiben und auf Hautreaktionen achten.
Zusammenfassung
Die Babymassage bei Frühchen ist sehr wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung. Allerdings gibt es einiges zu beachten, was die Vorbereitung und die Durchführung betrifft. Wenn möglich, sollte man die Babymassage als festes, tägliches Ritual etablieren — aber auch wenn dies zeitlich nicht möglich ist, kann jede einzelne Babymassage dem Kind etwas Gutes tun.