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31. März 2025

Ein Ja-Wort im Spitalbett und ein Kämpfer, der nicht warten wollte

Plazenta praevia und Vasa praevia: Wochen auf der Pränatalstation, eine Hochzeit trotz allem — und ein kleiner Tiger, der in der 29. Woche nicht länger warten wollte.

Familie Sandra

Im November 2017 hielt ich überglücklich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Mein Mann und ich planten zeitgleich unsere Hochzeit für den 4. Mai 2018. Doch dann kam alles anders: Nach 23 spannenden Wochen sah ich eines Abends plötzlich nur noch Blut. Im Frauenspital hörte ich mit zittrigen Händen das Pochen unseres kleinen Tigers auf dem Ultraschall — doch dann die Diagnose: Plazenta praevia und Vasa praevia. Die Plazenta lag über dem Muttermund und verursachte die ständigen Blutungen. Noch gefährlicher: Ein Blutgefäss verlief direkt über den Muttermund — wenn es reissen würde, hätten wir nur wenige Minuten. Ich musste sofort auf die Pränatalstation und durfte die Klinik nicht mehr verlassen.

Pränatalstation: Angst, Hoffnung und fehlende Privatsphäre

Ich bin ein sehr energiegeladener Mensch und gewohnt, mein Leben selbst zu organisieren — nun musste ich alles aus den Händen geben. Die Zeit auf der Pränatalstation war eine mentale Zerreissprobe: ständige Blutungen, Lungenreifungsspritzen, Wehenhemmer, ein ständiges Hoffen, dass unser Baby so lange wie möglich im Bauch bleiben konnte. Dazu die fehlende Privatsphäre bei immer wieder wechselnden Zimmernachbarinnen. Trotz der Umstände beschlossen wir, unsere Hochzeit durchzuziehen. Doch in der Nacht zum Hochzeitstag wachte ich um 03:00 Uhr in einer Blutlache auf. Dieses Mal fühlte es sich anders an — mein Bauch war steinhart, das Herz unseres Babys konnte zunächst kaum gefunden werden. Und dann — endlich — ein leises, zaghaftes Pochen. Unser kleiner Tiger lebte. Trotz allem hielten wir an unserem Plan fest, und so durften wir uns tatsächlich das Ja-Wort geben — im Spitalbett.

Die Geburt: Ein Frühstart ins Leben

Unser Sohn kam in der 29+3 Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt. Er brauchte sofort eine Bluttransfusion und Sauerstoff. Während ich noch im OP versorgt wurde, feierte unsere Familie auf dem Gang der Pränatalstation ein kleines Hochzeitsapéro — ein absurder, verrückter und wunderschöner Moment zugleich. Dann folgten sechs Wochen auf der Neonatologie, eine Achterbahn der Gefühle. Ich hätte mir damals gewünscht, dass es Frühchen Schweiz bereits gegeben hätte — der Austausch mit anderen Eltern, die Unterstützung und die Informationen hätten uns in dieser intensiven Zeit geholfen.

Heute, nach allem, was wir erlebt haben — mit der Frühgeburt unseres Sohnes, gesundheitlichen Herausforderungen bei unserer Tochter, einem Sternenkind und schliesslich unserer kleinen, kerngesunden Tochter — wissen wir: Das Leben muss nicht perfekt sein, um glücklich zu sein. An alle Frühchen-Eltern da draussen: Ihr seid nicht allein!

Familie Sandra nach der Neo-Zeit