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4. Mai 2025

Jeder Tropfen zählt — Stillkampagne 2025

Muttermilch ist mehr als nur Nahrung — sie ist Medizin, die Leben retten kann. Warum bei Frühchen jeder Tropfen zählt und wie die Milchbildung gelingt.

Ein Neugeborenes direkt nach der Geburt an die Brust legen und ihm die ersten wertvollen Tropfen besonders nährstoffreicher Muttermilch — das sogenannte Kolostrum — geben: So sieht der ideale Stillbeginn aus. Doch nicht jede Mutter kann diesen besonderen Moment erleben. Kommt ein Baby viel zu früh oder krank zur Welt, benötigt es eine intensive medizinische Betreuung auf der Neonatologie. Stillen tritt dann oft in den Hintergrund, weil das Kind zu schwach ist, um selbst zu trinken. Früh- oder krank geborene Babys werden meist über eine Magensonde ernährt, bis sie schrittweise das Trinken lernen können. Doch schon bevor sie selbst an der Brust trinken können, ist es wichtig, dass sie möglichst früh von den einzigartigen Vorteilen der Muttermilch profitieren — deshalb sollte die Mutter, sobald es ihr möglich ist, mit dem Abpumpen beginnen.

Die ersten Tropfen des Kolostrums, oft als «flüssiges Gold» bezeichnet, sind besonders reich an wertvollen Nährstoffen und Antikörpern. Sie stärken das noch unreife Immunsystem des Babys und wirken wie eine natürliche Schutzimpfung. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich Muttermilch in ihrer Zusammensetzung stets den Bedürfnissen des Kindes anpasst: Die Milch einer Mutter, die ein Frühchen zur Welt gebracht hat, enthält eine höhere Konzentration an Proteinen, Enzymen und schützenden Wirkstoffen, die den unreifen Magen-Darm-Trakt optimal unterstützen. Je mehr Muttermilch ein frühgeborenes Baby erhält, desto niedriger ist sein Risiko für Infektionen und andere schwerwiegende Erkrankungen.

Jeder Tropfen zählt also tatsächlich

Die Zeit auf der neonatologischen Intensivstation ist für Eltern oft von Sorgen und Ängsten geprägt — diese emotionale Belastung kann die Milchproduktion beeinflussen. Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Milchbildung zu fördern: regelmässiges Abpumpen, am besten alle zwei bis drei Stunden; Hautkontakt mit dem Baby (Känguru-Methode), der die Ausschüttung des Hormons Oxytocin anregt; sowie Entspannung und Unterstützung, denn Stress kann hemmend wirken. Stillberaterinnen, das Pflegepersonal oder spezialisierte Fachstellen helfen Müttern dabei, durch diese herausfordernde Zeit zu navigieren.

Keine Mutter sollte sich mit ihren Sorgen und Fragen allein gelassen fühlen. Muttermilch ist mehr als nur Nahrung — sie ist Medizin, die Leben retten kann. Deshalb lohnt es sich, jeden einzelnen Tropfen zu gewinnen. Wir sind stolz, bei der Stillkampagne 2025 als Partnerin dabei zu sein.