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Pränatalzeit 1 bis 3 Monate · Pränatalstation

4 Wochen

Bei wiederkehrenden Blutungen

Erfahrungsbericht einer Mama

Grund der Einweisung auf die Pränatalstation

Meine Schwangerschaft war mehr als schwer. In der SSW 6 hatte ich meine erste Blutung. Im Kantonspital Baselland wurde ich durchgecheckt. Unserem Embryo ging es aber gut und ich durfte wieder nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt musste ich gemässigte Bettruhe halten, durfte nicht mehr arbeiten und war nur noch zuhause mit meiner damals fünfjährigen Tochter.Die Blutungen stoppten aber nicht und kamen alle zwei bis drei Wochen wieder. Es war jeweils immer mehr als eine Monatsblutung und ich checkte abwechslungsweise im Notfall oder bei meiner Frauenärztin ein. Meinem Kind ging es aber jedes Mal gut.

Die Untersuchung bei einer Ultraschallspezialistin gab dann Aufschluss darüber, woher die immer wiederkehrenden Blutungen kamen. Ich habe einen Uterus bicornis, einen sogenannten herzförmigen Uterus, der Blutungen und Hämatome in einer Schwangerschaft hervorrufen kann.

In der SSW 24 + 4 hatte ich zuhause wieder eine sehr starke Blutung. Ich wurde auf Anraten der Notfallnummer mit Blaulicht mit der Ambulanz ins Unispital nach Basel gefahren. Ich verlor 7dl Blut und stellte mich auf eine Fehlgeburt ein.

In der Notfallaufnahme der Frauenklinik am Unispital wurden mein Mann und ich unterrichtet, dass sie erst bei vollendeter SSW 24 bei einer drohenden Geburt lebenserhaltende Massnahmen für meinen Sohn durchführen würden. Wir wurden über alle möglichen Situationen (mögliche Einschränkungen, Behinderungen, Sterberate etc.) sehr genau und professionell durch einen Neonatologen informiert und unterschrieben eine Einverständniserklärung, dass erst in drei Tagen bei einer Geburt geholfen werden würde. Ich wurde in diesen Stunden sehr gut und herzlich betreut und fühlte mich trotz Schock gut aufgehoben. Mir wurden Wehenhemmer und beide Lungenreifespritzen innerhalb von 24 Stunden verabreicht.

Von der Notfallaufnahme wurde ich in den Kreisssaal verschoben und dort warteten wir, was passieren würde. Ich weinte nur noch, aber die zuständige Hebamme war sehr unterstützend und war für mich da.

Zum Glück hielten wir länger durch. Ich wurde nach zwei Tagen auf die Pränatalstation der Frauenklinik gebracht. Dort erlebte ich nach drei Tagen eine weitere Sturzblutung, nachdem ich am gleichen Tag über eine Stunde per Ultraschall untersucht wurde. Der leitende Gynäkologe war nicht sehr erfreut, als er hörte, wie lange ich in der Ultraschalluntersuchung lag, da langes Drücken mit dem Ultraschall weitere Blutungen auslösen kann.

Wieder landete ich im Kreisssaal, wurde aber nach einem Tag wieder zurück in die Pränatalstation verschoben.

Dann kam der erste Coronalockdown im März 2020 und ich durfte plötzlich weder meinen Mann noch meine Tochter sehen. Ich lag dann jeweils mit einer weiteren Schwangeren mit Komplikationen im Zimmer und fühlte mich sehr allein. Diese Zeit war sehr hart. Mein Mann durfte dann glücklicherweise doch kommen, aber meine Tochter habe ich vier Wochen nicht in die Arme nehmen dürfen… Glücklicherweise hatte ich so viele liebe und grossartige Pflegefachleute um mich, die mir sehr dabei geholfen haben, die Zeit und meine Emotionen leichter zu machen. Sogar die Hotellerie hat mich mit kleinen Aufmerksamkeiten wie Schokolade und einem Gruss aus der Küche überrascht.

In der SSW 27+6 hatte ich schliesslich einen Blasensprung. Mit intravenösen Antibiotika, um keine Infektion des Kindes zu riskieren, wurde noch versucht, ein wenig Zeit zu gewinnen.

Symptome

Ich hatte immer wieder starke Blutungen ab der SSW 6.

«Ich hörte ein leises Schreien meines Sohnes, was mich sehr beruhigte, da seine Lungen zu funktionieren schienen.»

Dauer des Aufenthaltes auf der Pränatalstation

Insgesamt lag ich vier Wochen auf der Pränatalstation in Basel. Ich bin dem ganzen Team sehr dankbar für die für mich doch sehr schwere Zeit.

Geburtstermin des Kindes

In der SSW 28+0 hatte ich abends Wehen und drei Stunden später wurde mein Sohn in der SSW 28+1 per Notsectio geboren. Auch hier erhielt ich zu jeder Zeit die nötige Unterstützung des ganzen Geburtsteams. Auch mein Mann schaffte es noch rechtzeitig und durfte trotz Lockdown dabei sein.

Ich hörte ein leises Schreien meines Sohnes, was mich sehr beruhigte, da seine Lungen zu funktionieren schienen. Auch im OP wurde ich sehr herzlich und empathisch unterstützt. Ich hätte mir keine bessere Begleitung wünschen können.

Fünf Stunden nach der Geburt wurde ich noch im Bett in die Neonatologie Station gefahren, wo mein Mann und ich unseren Sohn zum ersten Mal begrüssen durften. Traurig und schön zugleich.

Unserem Sohn geht es heute sehr gut und er ist ein richtig lustiger kleiner Dreijähriger mit viel Energie. Man merkt ihm nichts mehr an.

Austausch

Du musst das nicht allein durchstehen

Unsere Peereltern waren selbst mit ihren Kindern auf der Neonatologie. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen und begleiten Familien durch die Zeit auf der Station und danach.