Zum Inhalt springen
Alle Geschichten
Extrem kleine Frühchen · SSW 23–27

SSW 26+0

Die Geschichte von Tayo

Erfahrungsbericht einer Frühchen-Mama · 08.12.2022

Schwangerschaft

Meine Schwangerschaft verlief ganz normal, bis ich auf einmal starke Rückenschmerzen bekam. Habe dies aber nicht mit Wehen oder Ähnlichem in Verbindung gebracht und mich einfach einen Tag ausgeruht. Am Morgen ist mir dann auf dem Weg in die Arbeit die Fruchtblase geplatzt, auch das war mir da nicht bewusst und ich dachte, ich kann einfach meine Blase nicht mehr halten. Bin dann zum Frauenarzt , der mich dann mit Blasensprung im Kreissaal unseres Unispitals angemeldet hat. Dort angekommen wurden einige Untersuchungen gemacht, ich habe die erste Lungenreife erhalten und wurde an den Wehenhemmer angehängt.

Geburt

Nach 3 Tagen habe ich über Nacht unaufhaltbare Wehen bekommen und in der Früh wurde ich wieder in den Kreissaal gebracht, um den Kaiserschnitt durchzuführen. Dazu war es schon zu spät, da der Kopf schon im Geburtskanal war und ich habe somit spontan meinen Sohn Tayo mit 780 Gramm in SSW 26+0 geboren. Er hat geschrien, wurde dann gleich in den Nebenraum gebracht und dort intubiert. Da er sich recht gewehrt hatte, hat die Versorgung länger gedauert. Er wurde dann aber noch zu uns in den Gebärsaal gebracht, bevor er auf die Neo gekommen ist.

«Und ganz wichtig: Vertrauen in euer Kind/eure Kinder haben und positiv denken und sich auch mal eine Auszeit nehmen.»

Zeit auf der Neonatologie

Tayo war 3 Tage intubiert, hatte dann noch eine Woche den CPAP, drei Wochen High Flow und konnte ab dann selbstständig atmen. Ansonsten hatte er die erste Woche noch Phototherapy aufgrund einer entwickelten Gelbsucht und hatte wohl in den ersten Tagen eine Gehirnblutung 1. Grades, von der wir aber erst später erfahren haben. Ansonsten musste er nur wachsen und zunehmen.

Ernährung Frühchen

Während der Neozeit konnte ich ihn noch mit Muttermilch versorgen. Dies war aber schon dort ein Kampf und die Stillversuche waren nicht erfolgreich. Nach 3 Monaten habe ich dann auf Pre-Nahrung umgestellt und nach ca. 6 Monaten mit Brei angefangen.

Zeit nach der Neonatologie

Tayo war die ersten 2-3 Monate noch sehr viel am schlafen und wenig aktiv. Das hat sich dann mit der Zeit geändert. Wir haben das erste Jahr noch einmal wöchentlich bzw. später zweiwöchentlich Physiotherapie gehabt und er ist mit 8 Monaten unkorrigiert in die Kita gekommen. Seitdem entwickelt er sich altersgerecht und wir haben den ersten Kitawinter ohne grössere Erkrankungen hinter uns gebracht. Erst im Frühling hat er dann alle paar Wochen eine Bronchitis gehabt, die uns auch immer wieder ins Spital gebracht hat, da er Sauerstoff benötigte. Ob das tatsächlich an der Frühgeburt liegt ist aber unklar, da er eigentlich keine Lungenprobleme bei der Entlassung hatte.

Tipps für Frühcheneltern

Das Beste daraus machen! Wir hatten (vielleicht auch wegen der „guten“ Umstände) auch wirklich lustige Zeiten auf der Neo und mir sind einige Pflegerinnen dort sehr ans Herz gewachsen. Die Gespräche dort und auch die daraus resultierende Ablenkung haben mir sehr geholfen. Allgemein sollte alle Hilfe angenommen werden, die einem geboten wird - auch psychologische. Und ganz wichtig: Vertrauen in euer Kind/eure Kinder haben und positiv denken und sich auch mal eine Auszeit nehmen. Die Kleinen sind im Normalfall sehr gut versorgt und die Zeit zu Hause wird noch anstrengend genug.

Austausch

Du musst das nicht allein durchstehen

Unsere Peereltern waren selbst mit ihren Kindern auf der Neonatologie. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen und begleiten Familien durch die Zeit auf der Station und danach.