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Sehr unreife Frühgeborene · SSW 28–30

SSW 29+2

Die Geschichte von Theo

Erfahrungsbericht einer Frühchen-Mama · 16.10.2022

Foto aus dem Erfahrungsbericht «SSW 29+2» (Bild 1)

Schwangerschaft

Leider hatte ich ab der SSW 8 eine absolut katastrophale Schwangerschaft mit extremen Blutungen (Sturzblutungen). Seitens Ärzte konnte lange kein Grund hierfür gefunden werden. Das Baby hat sich jedoch immer weiterentwickelt und schien nicht beeinträchtigt durch die Blutungen. Um die SSW 16 wurde eine "Plazenta Prävia Partialis" festgestellt. Dies war der Grund für die extremen Blutungen. Es hiess liegen, liegen und nochmal liegen. War hart. Die Blutungen waren mal besser, mal schlechter, aber weg waren sie nie. Dadurch, dass die Plazenta einfach von Anfang an nicht richtig funktionierte, wurde ich zur Sicherheit an einen Pränataldiagnostiker verwiesen. Es war die SSW 26. Dieser hat "pathologische Dopplerwerte" festgestellt und ich wurde von da direkt im Spital aufgenommen. So vergingen noch die Wochen und ich wurde auf die Frühgeburt vorbereitet (sehr gut im Übrigen - konnte die Neonatologie besuchen, mit den Kinderärzten sprechen und und und) ... dies hat mir die Angst etwas genommen.

Geburt

Am 29.11.2020 hat meine Ärztin bei SSW 29+2 gesagt, dass es nun soweit ist und es dem Kind nun "draussen" besser gehen wird. Ziel war eigentlich 30+0. Ich wurde vorbereitet und hatte schon während des Spitalaufenhaltes die Lungenreife bekommen: 2x und am Tag der Geburt eine Magnesiuminfusion und dann wurde der Kaiserschnitt gemacht. Unser Sohn Theo kam mit 910 g und 36 cm auf die Welt und hat direkt geschrien. Er hatte absolut spitzen Apgarwerte und hatte im Endeffekt keine Probleme. Er konnte selbst atmen (Anfangs mit Unterstützung C-Pap und danach Highflow). Wir waren unendlich dankbar und glücklich über seinen Zustand. Er war unterversorgt (IUGR).

«Die Kleinen sind solche Kämpfer und meistern so viel. Habt vertrauen und drängt nicht.»

Zeit auf der Neonatologie

Wenn ich ehrlich bin, ist diese Zeit an mir vorbei gerast und ich habe eigentlich nur funktioniert. Mein Mann und ich waren nahezu rundum dir Uhr auf der Intensivstation. Auf der normalen Säuglingsstation konnte mein Mann sogar arbeiten. So war er auch bei seinem Sohn und konnte nebenbei arbeiten. Es gab klar "auf und abs". Er hat mal zuviel zugenommen, er hatte Wasser eingelagert und das wars. Er hat aber nichts von den gefürchteten "Frühchen Problemen" mitgenommen. Wir als Eltern waren aber immer angespannt. Es war psychisch eine sehr belastende Zeit.

Foto aus dem Erfahrungsbericht «SSW 29+2» (Bild 2)

Ernährung Frühchen

Stillen hat nur bedingt funktioniert. Das hiess für mich dann abpumpen. Das habe ich 6 Monate gemacht. Danach hat er Pre Milch bekommen.

Zeit nach der Neonatologie

Um den Entbindungstermin wurde Theo gesund ohne Medikamente/Monitor entlassen. Wir entschieden uns noch für die Übergangszeit ca. 3 Monate für die Begleitung vom "Bunten Kreis in Deutschland" d.h. eine Schwester von der Neonatologie kam zusätzlich zur Hebamme vorbei und stand für Fragen zur Seite. Wir hatten im ersten Jahr Probleme mit dem Essen. Er hat schlecht getrunken. Das hat uns wirklich Nerven gekostet. Sonst hat sich Theo ganz altersgerecht entwickelt und geht seit er 1,5 Jahre ist in die Kita. Das funktioniert sehr sehr gut. Im ersten Winter haben wir Synagis Immunisierung bekommen gegen den RSV.

Foto aus dem Erfahrungsbericht «SSW 29+2» (Bild 3)

Tipps für Frühcheneltern

Bitte macht euch nicht verrückt. Die Kleinen sind solche Kämpfer und meistern so viel. Habt vertrauen und drängt nicht. Ich habe mir viel zu viel Kopf gemacht und zu wenig genossen. Das bereue ich. Er hat von allein alles top gemeistert! Nehmt Hilfe an und sprecht darüber. Das hilft so sehr! Heute sind wir einfach nur stolz auf unseren kleinen Mann! Er hat seinen eigenen Kopf und hat unsere Welt ganz schön auf den Kopf gestellt!

Austausch

Du musst das nicht allein durchstehen

Unsere Peereltern waren selbst mit ihren Kindern auf der Neonatologie. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen und begleiten Familien durch die Zeit auf der Station und danach.